Ein jüdisches Schicksal – Eugen Neter

Auf einer Wanderung vom Müllenbild nach Gernsbach kommt man an einer Hütte vorbei, die den Namen Neter-Hütte trägt. Auf der Suche nach der Herkunft dieses Namens stößt man auf die jüdische Familie Neter, die bis Anfang dieses Jahrhunderts in Gernsbach gelebt hat. Nur schwach sind noch die Spuren, die man in Gernsbach von dieser Familie findet, und doch ist die Familie Neter eine der jüdischen Familien in Gernsbach, die lange Jahrzehnte zum Gernsbacher Stadtleben gehört, die nicht nur das wirtschaftliche Geschäftstreiben durch ihre Händler- und Handwerkstätigkeiten maßgeblich geprägt hat, sondern auch aktives Mitglied der jüdischen Gemeinde war.

Eugen Neter (1876 – 1966)
Quelle: Stadtarchiv Mannheim
Ein berühmter Sohn dieser Familie, Eugen Neter, erwarb über die Grenzen seiner Geburtsstadt Gernsbach und Wirkungsstätte Mannheim hinaus Berühmtheit. Als Arzt hat er seine Dienste nicht nur den Mitgefangenen in dem französischen Konzentrationslager Gurs zur Verfügung gestellt, sondern auch später in Israel sein persönliches Schicksal den Anforderungen, die an seinen Beruf gestellt wurden, während des 7-Tage-Krieges, untergeordnet.

Anfang des 19. Jahrhunderts kommt die Familie Neter nach Gernsbach. Sie betreibt eine offene Warenhandlung, aus der später eine Eisenwarenhandlung wird. Bereits 1819 ist Raphael Neter als Besitzer eines zweistöckigen Hauses an der Hofstätte eingetragen, zu der nicht nur ein Wohnhaus, sondern auch eine Stallung, ein Magazin und eine Schmiedewerkstätte gehören. Sein Sohn Isaak (1804-1875) übernimmt 1835 das väterliche Geschäft. Isaak Neter wurde bereits 1848 für wenige Monate in den Gernsbacher Synagogenrat gewählt, aber erst 1869 zum vollgültigen Mitglied ernannt. Die israelitische Gemeinde Gernsbach war auch im 19. und 20. Jahrhundert klein. 1825 zählte sie 56, 1875 32, 1895 68, 1900 57, 1925 65 und 1933 54 Seelen.
Isaak Neters Sohn Joseph geht später nach Mannheim und steht dort der Eisenwarenfabrik und Verzinkerung J. Neter Sohn vor.
Sohn Eli (1837-1908) bleibt in Gernsbach und übernimmt das Gernsbacher Hauptgeschäft.
Eli Neter heiratet die Jüdin Auguste Sinnauer aus Grötzingen (1843-1895). Insgesamt zwölf Kinder entstammen dieser Ehe. 1881 erwirbt die Familie das stattliche Haus am Marktplatz, heute Hauptstraße 21, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Alten Rathaus und der damaligen Höheren Bürgerschule.

Die Kinder der Familie Neter sind alle miteinander fleißige Besucher der Höheren Bürgerschule. Das Schicksal von dreien der Kinder soll hier genauer betrachtet werden.
Moritz (Walter) Neter, geboren 1878 in Gernsbach, kam 1887 in die hiesige Bürgerschule. ging später auf das Rastatter Gymnasium, um dann Jura in Heidelberg zu studieren. Nach 1903 lebte er als Rechtspraktikant in Gernsbach, zog aber später nach Baden-Baden und hat die Stadt Gernsbach offiziell in mehreren Rechtsfällen vertreten. Sein weiterer Lebensweg lässt sich nicht mehr genau weiterverfolgen. Es soll ihm gelungen sein, nach England zu emigrieren, dort eine Stelle als Syndikus eines Zigarettentrustes innegehabt zu haben. Sein Todesjahr ist vermutlich 1956. Er veröffentlichte einige Novellen und Erzählungen und publizierte auch Beiträge in der Beilage „Pyramide” des Karlsruher Tagblattes.

Eugen Neter wurde 1876 als sechstes Kind der Familie in Gernsbach geboren. In seinen Erinnerungen, die er anlässlich seines 80. Geburtstages niederschrieb, schaute er voller Dankbarkeit auf seine Kindheit in Gernsbach zurück: Die ersten 17 Lebensjahre verliefen „genau so friedlich ungestoert, wie das ganze Leben in dem kleinen Gebirgs-Staedtchen, in welchem ich meine Kindheits- und Jugendjahre gelebt habe. Ich habe sie in lieber Erinnerung … Manchmal zog ein Baerentreiber musizierend durch die Strasse; einmal im Jahr gab eine Seiltaenzergruppe vielbestaunte Vorstellungen und zweimal im Jahr war grosser Markt mit Scbiessbuden und Karussels … Die Tageszeitung erschien einmal in der Woche … “.

In der Nachbarschaft der Familie Neter am Marktplatz in Gernsbach wohnte die Familie Maas, deren Sohn Hermann, der spätere Prälat Dr. h.c. Hermann Maas, seit der Kindergarten- und Schulzeit ein Freund Eugen Neters war. Diese Freundschaft blieb bis ins hohe Alter lebendig; so besuchte Hermann Maas Eugen Neter häufig in seiner neuen Heimat Deganiah in Israel.

Nachdem Eugen Neter das Abitur am Rastatter Gymnasium absolviert hatte, begann er 1894 mit dem Studium der Medizin in München und Heidelberg, wo der 1899 die medjzinische Staatsprüfung ablegte und 1900 an der mediznischen Fakultät promovierte. Seine beruflichen Stationen führten ihn über die Assistenzarztstelle an einem Berliner Krankenhaus nach Mannheim, wo er 1903 eine Praxis als Kinderarzt eröffnete. Die ersten Jahre seiner Praxis waren nicht leicht. Damals wollten die ärztlichen Vereine die Bezeichnung als Kinderarzt nicht anerkennen. Neben seiner Praxis führte er ein Säuglingsheim mit einer Schwesternschule und gab Unterricht in einem Kindergärtnerinnen-Seminar. Zeit seines Lebens war ihm die Weitergabe seiner Kenntnisse ein Anliegen. Er war ebenso ehrenamtlich leitender Arzt eines Heimes für uneheliche Mütter, zur damaligen Zeit war dies nicht gerade eine Stufe zum gesellschaftlichen Aufstieg. Zahlreiche Publikationen aus jener Zeit dokumentieren sein starkes berufliches Engagement, vor allem für Kinder.

Dr. Eugen Neter und seine Frau Marie Luise 1946. Quelle: Stadtarchiv Mannheim
1909 heiratet er die Christin Luise Janson (1876-1950). Eugen Neter nahm am Ersten Weltkrieg teil, wo er als Stabsarzt in Frankreich an der Front eingesetzt war, und wurde mit der Kriegs-Rettungsmedaille ausgezeichnet. Nach dem Krieg wurde er Vorsitzender der Mannheimer Ortsgruppe des „Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten”.
Schon 1936 mussten die jüdischen Ärzte Behinderungen bei der Ausübung ihres Berufes hinnehmen. Auf Briefbogen und Rezepten hatte der Arzt stets einen Stempel „nur zur Behandlung von Juden zugelassen” zu führen. Eugen Neter, ein in weiten Kreisen bekannter und geschätzter Kinderarzt, konnte lange Zeit eine Sonderstellung einnehmen. Wie sein Freund Maas rückblickend urteilte: ,,Aus dem Kinderarzt war der Vater aller Verfolgten in Mannheim geworden.” Doch Eugen Neter ahnte schon damals die fürchterliche Tragödie des Schicksals der Juden in Deutschland: „Wie lang werd ich noch hier bleiben können?”, und verschenkte ein Bild des Storchenturms in Gernsbach an seinen Freund aus den Kindheitstagen, Hermann Maas. ,,Komm, nimm’s in deine Hut und behalte es als Erinnerung an mich und unsere Heimat”, erinnert sich Hermann Maas.

Bei den Pogromen vom 10. November 1938 wurde Neter für kurze Zeit verhaftet, danach übernahm er den Vorsitz der jüdischen Gemeinde in Mannheim. In dieser schweren Zeit bemühte er sich vor allem um die Einrichtung von Lehrwerkstätten, um der Jugend für die Auswanderung eine handwerkliche Grundlage zu geben.

Fünf der Geschwister Eugen Neters waren bereits in den dreißiger Jahren in die USA, Brasilien und Argentinien ausgewandert und haben sich so vor den Verfolgungen der Nazis in Sicherheit gebracht. Sein Sohn Martin (Schau!) wanderte 1934 nach Israel aus. Doch drei der Geschwister Eugen Neters wurden letztlich Opfer des Holocaust.

Der 22. Oktober 1940 war für Eugen Neter wie für viele seiner jüdischen Glaubensbrüder ein schicksalhafter Tag. Am frühen Morgen wurden die rund 6.500 noch in Baden, der Pfalz und im Saarland lebenden Juden festgenommen und zu Fuß, mit Lastwagen, Militärfahrzeugen in bereitstehende Züge verfrachtet. Die jüdischen Mitbürger mussten ihre Heimatstädte verlassen und wurden deportiert. Da die für das Packen zur Verfügung gestellte Zeit bei vielen recht knapp war und die verursachte Aufregung ein überlegtes Handeln unmöglich machte, war das mitgenommene Gut unzureichend, was sich bei den schwierigen Haftbedingungen als verhängnisvoll erweisen sollte.
Eugen Neter begleitete die Mannheimer Juden, die deportiert wurden, freiwillig, da er mit einer Christin verheiratet war, hätte er in Mannheim bleiben können. Er fühlte sich als Vorsteher der jüdischen Gemeinde für seine Glaubensbrüder verantwortlich und wollte sie nicht alleine diesen schweren Weg gehen lassen. Eugen Neter berichtet über diesen tragischen Tag selbst: ,,Gegen 1 Uhr verließ ich die mir in Freud und Leid liebgewordenen Räume …. Ich schloß als letzter die Tür.”
Kurz und ohne Verbitterung berichtet er als alter Mann über sein Schicksal während des Zweiten Weltkriegs: ,, Dann kamen 5 Jahre Konzentrationslager (K.Z.); ich habe sie gesund ueberstanden.”

Eugen Neter wurde wie all die anderen Juden aus Baden ins Lager Gurs gebracht. Dort entwickelte er sich zum Retter vieler Kranker, er stand allen Notleidenden als Arzt und Helfer zur Seite. Das Lager Gurs, am Fuße der Pyrenäen nahe der spanischen Grenze, war das größte Internierungslager in Frankreich und beherbergte etwa 14.000 Häftlinge. Der ständige Hunger, das Fehlen der ärztlichen Versorgung, der Mangel an Kleidung und Hygiene machten das Leben in dem Lager zur Hölle, wie die Überlebendenden in zahlreichen Dokumentationen berichten. ,,Die katastrophalen Ernährungs- und Lebensverhältnisse führten dazu, daß vor allem ältere Menschen vor Schwäche nicht mehr aufstehen konnten und krank wurden,” gibt einer der Inhaftierten nach Ende des Krieges zu Protokoll.
Die Unterernährung und die Kälte werden zur Hauptursache der großen Zahl der Erkrankungen.

Unter schwierigsten Bedingungen gelingt es Eugen Neter, eine Krankenstation aufzubauen und zumindest notdürftig für die Kranken zu sorgen. ,,Die Krankenbaracken waren bald zu klein, um die Patienten aufzunehmen, und so starben viele in der traurigen Umgebung primitiver Hilfsreviere,” erfahren wir aus den Augenzeugenberichten über die Bemühungen der dortigen Ärzte und Helfer.
Der folgenschwere Mangel an Arznei, Pflegemitteln, Nahrung und Diät wird von Dr. Eugen Neter bei der Lagerleitung vorgebracht. Sein nüchterner Bericht über die Verhältnisse in Gurs macht beklommen und lässt das tiefe Elend der Lagerinsassen nur erahnen: ,,In den kalten Behelfsbaracken mit 30 bis 40 Durchfallkranken ist eine einzige Bettschüssel. Furchtbar war die Beschmutzung bei dem Mangel an ._ Wäsche, unsagbar die dadurch körperlich und seelisch verursachte Qual. Was jüdische Schwestern und Helferinnen damals geleistet haben, kann voll nur würdigen, wer die ungünstigen Verhältnisse miterlebt hat, unter denen sie damals ihren schweren Dienst antreten mußten. In jenen drei Monaten starben ungefähr weit über 600 Männer und Frauen. Viele starben in den ersten Monaten ohne nachweisliche Erkrankung; das Herz, der ganze Körper ertrug die Umstellung nicht und versagte. Ebenso der Lebenswille, der gebrochen war durch das Furchtbare der neuen, unerträglichen Umgebung.” Neter berichtet weiter von den engen Wohnbedingungen in dünnwandigen, überfüllten, bis 65 Menschen beherbergenden Baracken, im Winter vereist und dunkel, im Sommer glühend, die zu Beginn im Regen zu unvorstellbarem Morast gewordenen Wege, die fürchterliche Qual der Pfade zu der notwendigen Benutzung der Latrinen.
Der ruhrartigen Darmerkrankung zu Anfang und Mitte des Winters 1940/41 folgte gegen dessen Ende eine epidemische Gehirnhautentzündung, die weitere zahlreiche Todesopfer forderte, so dass nach viereinhalb Monaten die Zahl der Toten auf 1.050 gestiegen war.
Von den Mitgefangenen ist in zahlreichen Berichten der aufopfernde Einsatz des Gernsbachers überliefert.
„Sein Wirken unter jenen Bedingungen, ohne offiziellen Status, sondern der moralischen Autorität gehorchend, wurde für viele zum rettenden Beispiel”, wird später in einer Veröffentlichung über das Lager Gurs geschrieben. Neter selbst berichtet: ,,Die anfänglichen Mißstände auf gesundheitlichem Gebiet wirkten sich verhängnisvoll aus. Die Monate November/Dezember 1940 und Januar 1941 sahen ein grausames Massensterben … Meine Arbeit geht hier weiter. Bei allen materiellen und seelischen Unzulänglichkeiten ist meine Arbeit nicht undankbar, so daß ich meinerseits dem Schicksal danke, daß es mir eine solche Arbeitsmöglichkeit gewährt hat.” Möglichkeiten, das Lager zu verlassen, z.B. als Leiter eines Altersheimes in Frankreich, nahm er nicht wahr: ,,Ich bin ja schließlich nicht ins Exil gegangen, um in einer solchen Stellung leben zu können, während meine Gemeinde in den kalten Baracken hungernd hinter dem Stacheldraht jede sorgende Hand braucht.” Im August 1942 war die Zahl der Internierten auf kanpp 1.000 zurückgegangen. Neter berichtet: ,,Von den einstigen Baden-Pfälzern sind nur noch ganz wenige hier …. Die einstige Hölle hat viel von ihrem Schrecken verloren; geblieben ist: der Hunger und der Stacheldraht.”

Dr. Eugen Neter 1956. Quelle: Stadtarchiv Mannheim
1945 endet der Schrecken von Gurs, der Sohn Eugen Neters holt ihn nach Israel. 1946, immerhin bereits 70 Jahre alt, ziehen Eugen Neter und seine Frau zu ihrem Sohn nach Deganiah, Israel. Dort verbringt er die nächsten 20 Lebensjahre. Er wollte sich zur Ruhe setzen, doch das Schicksal entschied anders.
1948, während des 1. israelisch-arabischen Krieges, des israelischen Unabhängigkeitskrieges, stellte er sich nochmals als Arzt zur Verfügung, Deganiah wurde zur Frontstadt. Tief getroffen von dem kämpferischen Einsatz der israelitischen Jugend musste er während der Hilfsdienste bekennen: ,,Das ist der Dritte Krieg in meinem Leben. Solch eine Jugend habe ich noch nie gesehen.” Kurz darauf starb sein Sohn, der sich ebenfalls aktiv an den Kämpfen beteiligt hatte, als Opfer dieses Krieges. Kurz darauf starb seine Frau. Da zog sich Eugen Neter völlig zurück und widmete sich ganz seinem Hühnerhof in Deganiah, hoch über dem See Genezareth.
1960 erschienen Auszüge aus einem Brief Neters im Badischen Tagblatt. Er hatte wieder Beziehungen zu seiner Geburtsstadt aufgenommen. Es war erstaunlich, wie sehr er sich an die Nachbarn rund um den Marktplatz, die Lehrer den Gendarm, an die Geschäftsleute und Handwerker mit all ihren Namen erinnern konnte. 1961 schrieb Eugen Neter im Alter von 85 Jahren in einem Brief: ,,Nun kann ich nicht mehr allzuviel leisten, habe hier im Kibbuz die Hühner und Bienen zu hüten. Auf meiner Sitzbank am Jordan gehen meine Gedanken oft in die Heimat zurück und ich höre sogar die Murg rauschen.”
Als Eugen Neter 1966 starb, schrieb sein Freund aus den Kindertagen, Hermann Maas, einen Nachruf, der unter anderem in der RheinNeckar-Zeitung erschien und indem er sowohl Neters berufliches als auch vor allem menschliches Wirken würdigt und dem Wissen um die menschliche Größe Neters Ausdruck gibt.
Heute erinnert die Eugen-Neter-Schule in Mannheim, im Stadtteil Blumenau, an diesen herausragenden Arzt und mutigen Mann. Seiner aufopfernden Haltung und seiner Zivilcourage wurden damit ein bleibendes Denkmal gesetzt. An seiner ehemaligen Praxis in Mannheim ist eine Gedenktafel angebracht.

Auch die Schwester Eugen Neters verdient unsere Bewunderung dank ihrer unerschrockenen Haltung während des Zweiten Weltkriegs. Amalie Neter wurde 1873 in Gernsbach geboren. 1897 heiratet sie Ernst Behr und zieht mit ihm nach Mannheim. 1940 wird sie mit den badischen und pfälzischen Juden nach Gurs deportiert. Ihr Bruder Eugen berichtet später, dass sie bald den Beinamen „Mutter Behr” erhalten hatte und schnell zu einem „Quell der Aufmunterung und Aufrichtung” für die übrigen Gefangenen wurde. Die resolute Frau, die auch angesichts des Elends und Sterbens in Gurs nie ihr seelisches Gleichgewicht verlor, starb plötzlich am 27. November 1940.

Die Geschichte der Familie Neter endet bereits Anfang dieses Jahrhunderts in Gernsbach. Die Eltern Eli und Auguste Neter waren verstorben, die Kinder hatten durch Studium und Beruf ihren Wohnsitz in andere Städte verlegt, bis sie die Verfolgung durch die Nazis nochmals in alle Himmelsrichtungen zerstreute. So sind die Relikte, die von der Familie Neter in Gernsbach vorhanden sind, rar. Eines davon ist die eingangs erwähnte Neter-Hütte inmitten des Waldes in Richtung Kieferscheid stehend. Sie wurde von den Kindern für die Eltern Eli und Auguste Neter errichtet, da sie der Wanderidee innig verbunden waren.

Regina Meier

Literatur:
Hundsnurscher, Franz: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968

Die Judenverfolgung in Mannheim. 1933-1945

Mittag, Gabriele: Es gibt Verdammte nur in Gurs. 1996

Friedericke Siek: Eugen Neter – Ein Beitrag zur pädagogischen Aufgabe des Kinderarztes, InauguralDissertation. 1988

Oskar Althausen: Oktoberdeportation 1940. 1990 International Biographical Dictionary of Central European Emigres 1933-1944

Obst, Johannes: Gurs. 1986

Schadt, Jörn/Caroli, Michael: Mannheim unter der Diktatur. 1997

Becker, Barbara (Hrsg.): Mannheim im Zweiten Weltkrieg – ein Bildband. 1993

Neter, Dr. med Eugen: Muttersorgen und Mutterfreuden : Wie erhalten wir unsere kleinen Kinder gesund? : Ratschläge für die junge Frau, Mannheim 1907

Neter, Walter: Der Geigenkasten und andere Novellen. 1917

Der Artikel erschien im Gernsbacher Boten, Ausgabe 3/1998 , verändert durch kleinere Aktualisierungen im Januar 2021. Daher ist auch nur die Literatur bis 1998 aufgeführt. Die Recherchen zur Familie Neter sind seit Erscheinen dieses Artikels weitergeführt worden und werden in einem Beitrag 2021 veröffentlicht werden.

Erste Ergänzung: 2012 wurde für ihn ein Stolperstein vor dem Fröbelseminar (Helene-Lange-Schule), der langjährigen Wirkungsstätte von Dr. Neter, verlegt.