Kalender 2024: Adventure ahead

Das März-Foto bringt Farbe ins Jahr. Die Aufnahme entstand in San Carlos de Bariloche, oder einfach Bariloche genannt. Diese Stadt im Seengebiet Argentiniens bietet eine atemberaubende Natur: Bariloche ist ein Tor zu den Wundern Patagoniens, ob man aktiv radfahren, skifahren, kite-surfen oder wandern will. Eigentlich sind wir an diese Stelle am See gefahren, weil wir Fotos von den Kite-Surfern machen wollten, die hier das Ufer bevölkern. Doch der Wind war eingeschlafen, und so konnten wir uns auf Landschaft und Natur konzentrieren. 

Für uns war Bariloche ein idealer Standort, das neue Jahr einzuläuten. Wenn man nun im März diese Farbenpracht des Dezembers sieht, fühlt man sich gleich wieder zurückversetzt in die Tage in den Ort zwischen den schneebedeckten Bergen und der verträumten Seen.  

Mit Schwung gehts weiter im Jahr 2024. Das Februar-Motiv des Kalenders zeigt eine ganz andere Facette Patagoniens.
In den Bergen Patagoniens gibt es so manche Überraschung. Bei einem Besuch auf dem Vulkan Batea Mahuida nahe Villa Pehuenia  konnten wir Aussichten auf die umgebende Seen genießen: Moquehue and Alumine. Eine Wanderung auf dem Kraterrand des erloschenen Vulkans bescherte uns atemberaubende Perspektiven. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und bei der Rückfahrt wurden wir begleitet von einer Gruppe Mountainbiker. Bewundernswerte Leistung.

Das Jahr 2024 hat steil Fahrt aufgenommen. So spaziert dieser kleine Magellan-Pinguin im Nationalpark von Punta Tombo, Argentinien, lieber auf den ansteigenden Planken als im unwegsamen Gelände. Eigentlich sollten diese Holzstege die Besucher davon abhalten, sich zwischen den Nestern der Pinguine zu bewegen, aber darum scheren sich die kleinen, putzigen Meerestiere nicht. Sie sind wohl an Land recht tolpatschig unterwegs, aber im Wasser exzellente Schwimmer. Dieser Weg aus Brettern und Dielen weist immer mal wieder Unebenheiten aus, aber letztlich kommt man damit doch recht gut über die holprigen Unwegsamkeiten hinweg.

Für das Kalendarium des Januar-Kalenderblatts hat Martina die Farben der Holzplanken und des Himmels aufgenommen und mit der Platzierung den idealen Rahmen für das Pinguin-Foto geschaffen.

Adventure ahead

Der Kalender 2024 “Adventure ahead” hat das Motto unserer phantastischen Reise durch Südamerika aufgenommen. Wir waren mit guten Freunden unterwegs in Brasilien, Argentinien, Chile und Uruguay. Die meiste Zeit der 13.000 Kilometer langen Tour führte uns durch Patagonien. Da gabs so manche gemeinsame Abenteuer, auf die wir gerne zurückschauen. Das Titelbild des Kalenders ist auf der legendären Ruta Quarenta aufgenommen, die sich insgesamt über 5.194 Kilometer durch Argentinien zieht. Einige Etappen führten uns auf dieser Straße, die uns durch entlegene Gebiete des riesigen Landes führte. Auch für 2024 sind die nächsten Reisen schon im Blick. Da heißt es dann wieder: Adventure ahead. Auf geht’s! Alles Gute für 2024.

Kalender 2023: My strength is trust

Ein neues Jahr steht vor der Tür: 2023. Und ein neuer Kalender wurde gestaltet. Werner liefert die Fotos dazu und Martina hat in kreativer Arbeit das Kalendarium geschaffen. Ganz besonders ist in diesem Jahr das Motto, das erst nach Fertigstellung der gestalterischen Arbeit festgelegt wurde. Ralf und Martina haben das Hesse-Wort: “Meine Stärke ist das Vertrauen.” aus dem Englischen entlehnt: “My strength is trust.” Das verbindet all die Fotos und die Idee hinter dem Kalender 2023.

Der Satz stammt aus Hesse’s Buch: “Bäume”, das eine Neuauflage des ursprünglichen Werkes “Wanderung”(1918) ist. Der Satz ist eingebettet in eine ganze Abhandlung Hesses über Bäume: “Bäume sind für mich die eindringlichsten Prediger gewesen.” Und eine Seite später kommt der hier herausgepickte Satz:”  Ein Baum spricht: Meine Kraft ist das Vertrauen. ” Und weiter:  “Wenn wir traurig sind und das Leben nicht mehr gut ertragen können, dann kann ein Baum zu uns sprechen: Sei still! Sei still! Leben ist nicht leicht, Leben ist nicht schwer.” Ich kann die Lektüre dieses über 100 Jahre alten Textes nur empfehlen.

Wenn jemand mehr über die Herkunft der Schrift erfahren möchte, sei die Webseite empfohlen:  Latinletters – Kunst aus Buchstaben, Wörtern , Sätzen und Werken

Das Jahreskalender 2023 beginnt mit einem schwarz-weiß-Bild der Bay Bridge in San Francisco.  Fahrzeug an Fahrzeug rollt hier über diese etwa 3 Kilometer lange Brücke Richtung Oakland, doppelstöckig mit fünf Fahrspuren. Die Verbindung über die Bucht von San Francisco bietet einen tollen Blick auf Downtown und die steilen Straßen San Franciscos.  Mit dieser Ansicht beginnen wir nicht nur das Jahr 2023, sondern führen auch hinein in die kalifornische Metropole.

Weiter gehts auf unserer Fahrt in Kalifornien in den Yosemite National Park. Das Februar-Motiv wurde an der Tioga Pass Road aufgenommen, am Olmsted Point. An dieser Sehenswürdigkeit hat uns nicht nur die Aussicht auf Half Dome, Tenaya Lake und Clouds Rest begeistert, sondern eher die Felsformationen. Diese geben diesem Ort seine besondere Ausstrahlung. Vielleicht lags auch daran, dass die Aussicht in die Ferne an diesem Tag nicht so gut war. Die großen Waldbrände am Rande des Yosemite Nationalparks hüllten das Tal morgens in dichte Rauchschwaden, erst am Nachmittag, als Wind aufkam, lichtete sich der Nebel. Auf dem kargen Felsboden sieht man am Horizont Bäume. Tatsächlich schaffen es hier Bäume zu wachsen, sie entwickeln sogar eine stattliche Größe. Eindrucksvoll waren insbesondere die Wacholderbäume. Sie trotzen hier oben – immerhin befinden wir uns hier über 2.500 Höhenmeter – auch dem strengen Winter und den kräftigen Winden.

Bäume haben ganz besondere Kräfte – und dies nicht nur in den Phasen ihres Wachsens und Gedeihens. Auch dieser längst abgestorbene Stamm fasziniert durch seine Ausstrahlung. Da liegt kein toter Baum auf der Erde, vielmehr signalisiert seine trockene, gewundenen Baumrinde Bewegung. Die Formen regen unsere Sinne an,  selbst aus diesem ausgetrockneten hölzernen Koloss strömt Stärke und Kraft. Einmal mehr der Anlass, Hermann Hesses Büchlein “Bäume” zur Hand zu nehmen und darin zu verweilen. Bei dem Schlusssatz des Gedichts “Gestutzte Eiche” bleib ich hängen: 
“Und allem Weh zum Trotz bleib ich
Verliebt in die verrückte Welt.”

Die erste Ausgabe “Bäume” von Hermann Hesse ist bereits 1919 erschienen:

Das April-Motiv des diesjährigen Kalenders ist ein Klassiker-Motiv aus San Francisco.

Mit diesem Foto kommen wir auf unserer Reise durch Kalifornien wieder zurück in die Stadt am Golden Gate. Sie bietet  unverwechselbare Straßenbilder. Zum einen sind da die steilen Straßen und die spannenden Übergänge zu den Querstraßen, eine Autofahrt entlang dieser steilen Straßen ist ein besonders Erlebnis. Besonders das Queren der Kreuzugungen bleibt in Erinnerung.

Eindrucksvoll ist ein Spaziergang durch die hügelige Stadtlandschaft. Mittlerweile gibt es zahlreiche Tipps über Wanderungen, die attraktive Punkte der Stadt miteinander verbinden. Unter dem Stichwort “urban hikes” gibts jede Menge Anregungen im Netz, und die traditionellen Reiseführer haben dies auch in ihr Standard-Empfehlungen für einen Stadtbesuch aufgenommen.

Wir haben uns den Five-Peaks-Walk ausgesucht. Dabei kommt man an phantastischen Aussichtspunkten vorbei, die einen Blick in die Bucht von San Franciscso, auf Alcatraz wie der Golden Gate Bridge und der Bay Bridge bieten. Gefangen sind wir allerdings immer wieder von der phantasievollen und farbenprächtigen Gestaltung der viktorianischen Häuserfassaden. Und das Erholsame: ein Café oder eine Einkehrmöglichkeit liegen quasi auf dem Weg! Diese Aufnahme entstand in Castro Street, die ihr eigenes, buntes Flair auch in den Häuserfassaden sichtbar macht. Denn nicht nur “the Painted Ladies” an dem Alamo Square sind ein Foto wert, in der gesamten Stadt gibts Bilderbuch-Ansichten der liebevoll gepflegten historischen Gebäude.

Das Kalendarium hat sich an die Fassadenfarbe des prächtigen viktorianischen Hauses angepasst und gibt den korrespondierenden Farb-Tupfer im April-Motiv.

Das Mai-Kalenderblatt zeigt die Blumen Pink Ladies im White House Canyon.

Diese Blume sticht mit einer kräftigen rosa Blüte ins Auge und bricht mit ihrer grellen Blüte durch die karge Erde. Diese war von einer verheerenden Feuersbrunst im Jahr 2020 vernichtet worden. Ein abgebrannter Telefonmast liegt quer durch das Bild und ist Beweis für das furchtbare Desaster des Waldbrandes.

In Kalifornien sind die Blumen auch unter dem Namen Naked Ladies bekannt, einfach wegen des fehlenden Blattschmucks während der Blütezeit. Der offizielle Name ist Amaryllis Belladonna oder Belladonnalilie.

Erst beim Nachschauen über Pink Ladies wurde ich auf die neueste Fernsehserie „Pink Ladies“ aufmerksam. Eine neue Fernsehserie in den USA geht auf die Entstehungsgeschichte der Clique aus dem Original-Musical mit John Travolta und Olivia Newton-John ein. Seit April 2023 zeigt diese Serie die Vorgeschichte des Erfolgs-Musicals „Grease“, der Originalfilm  aus dem Jahr 1978 ist bei Fans absoluter Kult. Ist es Zufall, dass das Monatsblatt Mai unseres Kalenders – gerade nach dem Start der Fernsehserie – Pink Ladies abbildet? 

Diese gegensätzliche Farben, das grelle Rosa der Pink Ladies und der schwarze, verkohlte Telefonmast, hat Martina im unteren Teil des Fotos aufgegriffen und in den rosa Farbtupfern das Kalendarium versteckt. 

Im Juni-Motiv sticht das Grün der Redwood-Bäume als erstes ins Auge. Die Redwood-Bäume, die das verheerende Feuer von 2020 in Kalifornien überlebt haben, treiben wieder aus. Unglaublich ist auch, was die Menschen in den Santa Cruz Mountains in den letzten Monaten geschaffen haben. Sie packen den Wiederaufbau an.

Die Natur trotzt den Klima-Veränderungen, die Bewohner kämpfen wieder um ihren Lebensraum innerhalb der Wälder. Zusätzlich gibt es Aktionen aus allen Teilen der Bevölkerung. So wurde auf Betreiben der Mountains Park Foundation Künstler animiert, sich für die leidende Umwelt einzusetzen. Künstler wurden mit der Aktion Big Basin’s Art About eingeladen, sich einzubringen. Mit dem Angebot eines Stipendiums von 2.500 Dollar wurden zehn Künstler gesucht, die ein Kunstwerk schaffen sollten, das 2023 im Park präsentiert wird. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein. Ob wohl das Foto der aufstrebenden Bäume auch in Frage käme? Dazu müsste man wohl vor Ort sein – was grad nicht möglich ist.

Wie Grashalme legen sich grüne Striche in das Bild des Kolibris mit den blühenden Pflanzen. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass dies der gemalte Strichzug des Monatsnamens “Juli” ist. Die kalligraphischen Pinselstriche fügen sich nahtlos in die zarten Blumen ein. Beherrscht wird das Foto von dem nektarsaugenden Kolibri. Ein Flügelschlag dieses kleinen Vogels, der nur Bruchteile einer Sekunde dauert, ist hier festgehalten. Sein filigraner Flügelschlag lässt sich nur mit viel Gedukd in einem Foto einfangen. Daher gehört er zu den beruasfordernden Fotomotiven im White House Canyon.

Weltweit gehören die Disteln zu den anspruchslosen Pflanzen, daher findet man sie auch überall. Die mit Stacheln und Dornen besetzte Pflanzen gehört sicher nicht zu den Favoriten in Blumensträußen. Dabei entfalten die Blüten der Disteln bei genauem Hinsehen eine besondere Schönheit, sie bilden geradezu bizarre Kunstwerke. Keine Frage, dass sie daher in jedem Garten willkommen sein sollten. Hinzu kommt, dass sie eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten, Vögel und Kleintiere sind. Ihren Status als Nationalblume Schottlands soll sie erhalten haben, nicht weil sie eine der widerspenstigsten Blumen der Welt ist, sondern weil sie eine besondere Rolle bei einem Angriff der Wikinger spielten.

Auch in den kalifornischen Wäldern, die von den überregionalen Feuern heimgesucht wurden, fasst sie wieder Fuß. Die verkohlte Rinde eines Mammutbaums ist im Hintergrund vor den in der Sommersonne leuchtenden Blüten der Distel zu erkennen. Fast lila schimmert die Rinde in den gleißenden Strahlen in der Mittagshitze, wie ein Abglanz der filigranen Blüte.  

Auch auf diesem Monatsblatt des 2023-Kalenders „My strengte is trust“ ist das Kalendarium nur auf den zweiten Blick zu finden. Farblich sind die Zahlen an das kräftige Lila und Grün der Pflanze angepasst, und die Anordnung der Zahlen korrespondiert mit der natürlichen Form der Blüte. Viel Freude beim Entdecken.

Schon September?! So bunt und so abwechslungsreich wie der Herbstmonat September mit der einsetzenden Blätterfärbung bei den Laubbäumen kommt das September-Monatsblatt daher. Eindeutig sind Motive aus San Francisco zu erkennen, genau dort wurde auch die Aufnahme gemacht.

Ganz links oben findet sich der Eintrag von Sofia für dieses monumentale Mosaik.

In der Clarendon Alternative Elementary School – nahe von Twin Peaks – findet man dieses farbenfrohe Mosaik. Diese farbigen Kacheln sind nur ein kleiner Ausschnitt aus einer großen Wand voller Motive. Das Ganze wurde 2010 begonnen. Es war eine grandiose Aktion. Unter der Federführung der Künstlerin Linda Larson und Lalitha Bardalaye und der Unterstützung von Lehrerinenn und Lehrer sowie der Eltern und Schüler wurde dieses großformatige Kunstwerk geschaffen. Davor erstreckte sich an der Stelle eine graue Fassade. Nun strahlt hier eine Keramik-Wand voller Namen und Formen und schafft eine ganz andere Willkommenskultur.

2005 beherrschte noch eine graue Fassade den Eingangsbereich der Schule. In einem Kunstprojekt verwandelte sich die Wand in ein farbenfrohes Ensemble.

Bei unserem Besuch mit Sofia, die diese Schule als Jugendliche besuchte,  wurden wir auf dieses Mosaik aufmerksam. Nun, nach all der Zeit, ist sie als junge Frau begeistert von ihrem einstigen künstlerischen Schaffen in der Schule.  Welche Kreativität, welche Vielfalt, welche Farben. So wie eben San Francisco ist!

Bei diesem Kalenderblatt kommt das Thema des Kalenders besonders deutlich heraus. “Meine Stärke ist das Vertrauen.” Wo kann dieser Leitsatz intensiver gelebt werden als in einer Schule. Ein solches Kunstprojekt über einen längeren Zeitraum durchzuführen, bedarf eines besonderes Engagements.

Das Kalenderblatt Oktober 2023 führt uns in den Yosemite National Parks. Entlang des State Highways 120 kurz vor dem Parkeingang konnten wir diese phantastische Aussicht genießen. Markant heben sich die Redwoods gegen den in leuchtend warmen Gelbtönen gefärbten Himmel ab. Wie ein Scherenschnitt stehen die Bäume auf dem Bergrücken. Kein Foto der Reise versinnbildlicht wohl passender den Hermann-Hesse-Text aus seinem Buch „Wälder“, aus dem auch das Motto des 2023er Kalenders entlehnt ist „My strength is trust“ – „Meine Stärke ist Vertrauen“. Hermann Hesse schreibt: „Bäume sind für mich immer die eindringlichsten Prediger gewesen. Ich verehre sie, wenn sie in Völkern und Familien leben, in Wäldern und Hainen. Und noch mehr verehre ich sie, wenn sie einzeln stehen. Sie sind wie Einsame.“

Zurück nach San Francisco führt uns das Kalenderblatt November. Ganz im Hintergrund im Nebel lugt die Spitze der Golden Gate Bridge heraus. Der bunte Drachen davor ist ein reale Erscheinung: Kinder spielen auf dem Tunnel Tops im Presidio Park im Herbstwind mit ihrem Drachen. Die gelbe November-Schrift gehört zu der graphischen Gestaltung des Monatsblattes und nimmt den Schwung und die Farbe des Drachenschwanzes auf. 

Das letzte Monatsblatt des Jahreskalenders 2023 zeigt eine stimmungsvolle Aufnahme von der kalifornischen Küste nahe San Francisco bei Fort Funston. Der Schriftzug des Monats nimmt die Brauntöne der Strandpflanzen auf und umrandet auch die Tagesziffern.

Die Pflanzen, die sich am Strand entlangziehen nennt man Carpobrotus , gehören zu den Mittagsblumengewächsen (Aizoaceae) und haben sich an die rauen Klimabedingungen der Pazifikküste angepasst. Sie sind gekennzeichnet durch verwachsene, dickfleischige Blätter und bilden eine natürliche, dichte Bodenbedeckung. Kilometerweit erstreckt sich dieser Bewuchs und bietet einen natürlichen Schutz der sandigen Böschungen.

Mit diesem Motiv geht der Kalender “My strength is trust” zu Ende. Über ein Jahr hinweg sind wir dem Zitat von Hermann Hesse gefolgt und haben dem Motto “Meine Stärke ist Vertrauen” nachgespürt.

Hier weitere Passagen aus dem Hesse-Text “Bäume”, den er 1919 in dem Buch „Wanderungen“ veröffentlichte. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg durchlebte Hesse umwälzende Veränderungen. So hat er seine turbulenten Jahre mit Bäumen verglichen und darin Symbole der Vergänglichkeit und Wiedergeburt, aber auch „allen Wachstums, allen triebhaften, naturhaften Lebens, aller Sorglosigkeit und geilen Fruchtbarkeit“ gesehen. In ihren Jahresringen und Verwachsungen erkennt man „allen Kampf, alles Leid, alle Krankheit, alles Glück und Gedeihen“.

„Bäume sind für mich immer die eindringlichsten Prediger gewesen. Ich verehre sie, wenn sie in Völkern und Familien leben, in Wäldern und Hainen. Und noch mehr verehre ich sie, wenn sie einzeln stehen. Sie sind wie Einsame. Nicht wie Einsiedler, welche aus irgendeiner Schwäche sich davongestohlen haben, sondern wie große, vereinsamte Menschen, wie Beethoven und Nietzsche. In ihren Wipfeln rauscht die Welt, ihre Wurzeln ruhen im Unendlichen; allein sie verlieren sich nicht darin, sondern erstreben mit aller Kraft ihres Lebens nur das Eine: ihr eigenes, in ihnen wohnendes Gesetz zu erfüllen, ihre eigene Gestalt auszubauen, sich selbst darzustellen. Nichts ist heiliger, nichts ist vorbildlicher als ein schöner, starker Baum …
Ein Baum spricht: In mir ist ein Kern, ein Funke, ein Gedanke verborgen, ich bin Leben vom ewigen Leben. Einmalig ist der Versuch und Wurf, den die ewige Mutter mit mir gewagt hat, einmalig ist meine Gestalt und das Geäder meiner Haut, einmalig das kleinste Blätterspiel meines Wipfels und die kleinste Narbe meiner Rinde. Mein Amt ist es, im ausgeprägten Einmaligen das Ewige zu gestalten und zu zeigen.
Ein Baum spricht: Meine Kraft ist das Vertrauen. Ich weiß nichts von meinen Vätern, ich weiß nichts von den tausend Kindern, die in jedem Jahr aus mir entstehen. Ich lebe das Geheimnis meines Samens zu Ende, nichts andres ist meine Sorge. Ich vertraue, daß Gott in mir ist. Ich vertraue, daß meine Aufgabe heilig ist. Aus diesem Vertrauen lebe ich…
Du bangst, weil dich dein Weg von der Mutter und Heimat wegführt. Aber jeder Schritt und Tag führt dich neu der Mutter entgegen. Heimat ist nicht da oder dort. Heimat ist in dir innen, oder nirgends….“
(Herrmann Hesse über Bäume in: Wanderung, 1919)
Somit versinnbildlicht der Kalender 2023 nicht nur das Wort „Meine Stärke ist das Vertrauen“, sondern führt auf eine zentrale Aussage von Hesse hin:

„Heimat ist nicht da oder dort.
Heimat ist in dir innen, oder nirgends.“

Für mich waren diese Hesse-Worte ein wichtiger Begleiter durch das Jahr 2023. Danke nochmals für die gelungene Gestaltung des Kalenders mit Fotos und Graphik!

Kalender 2022

Beauty reborn from ashes

Unglaubliches ist geschehen: in den abgebrannten Redwood-Wäldern, in den Tälern der Santa Cruz Mountains erwacht wieder neues Leben. Die Menschen dort haben Unmögliches geschafft. Den tatkräftig anpackenden Bewohnern, die dort wieder ihr Heim und ihr Haus errichten, ist dieser Kalender “Beauty reborn from ashes” gewidmet.

Im November/Dezember 2021 konnten wir endlich die Reise nach Kalifornien antreten. Ziel war San Francisco und der ca. 70 Kilometer südlich davon gelegene White House Canyon im Santa Cruz County. Dort befindet sich das Zuhause von Christine und ihrer Familie, das in dem verheerenden Waldbrand vom August 2020 ganz den Flammen zum Opfer fiel. Wir konnten uns direkt vor Ort ein Bild von den Schäden machen, aber auch von dem ungebrochenen Aufbauwillen der Bewohner, den überwältigenden Hilfsaktionen von Nachbarn, den tatkräftigen Aufräum- und Infrastrukturmaßnahmen der amtlichen Stellen und der wieder heilenden Natur. Bei Wanderungen und Begegnungen entstanden zahlreiche Fotos, die die Grundlage für diesen Kalender bilden.

Die Auswahl, die Martina aus der Vielzahl der Fotos für die zwölf Kalenderblätter gewählt hat, erzählt eine Geschichte. Beginnend mit dem Januar-Motiv – das Rot des Sonnenuntergangs über der Golden Gate Bridge symbolisiert die Dramatik der Ereignisse des Jahres 2020 – spannt sich der Bogen hin zum Dezember mit seinem harmonischen Goldtönen des beleuchteten Palace of Fine Arts in San Francisco – die weichen Farben zeigen die versöhnliche Seite, Einklang von Mensch, Kultur und Natur. Dazwischen finden sich die schwarzen Motive der verkohlten Bäume, die langsam wieder durch das Grün und Rot der wiedererwachenden Natur. Farne, Büsche und junge Redwoods setzen neue Akzente in der Landschaft.

Im Mittelpunkt steht die Hoffnung, wie mit neuen Visionen, ermunternd und inspirierend die Zukunft gestaltet wird. Verfolgt mit uns, Monat für Monat dieses Erwachen des neuen Lebens.

Weiterhin viel Kraft!

Es beginnt! Das Jahr – und auch unsere Erzählungen über phantastische Begegnungen in Kalifornien. Bevor wir in die Santa Cruz Mountains fuhren, blieben wir ein paar Tage in San Francisco und trafen Freunde und besuchten alt-bekannte Orte. Den Auftakt machte die Golden Gate Bridge. Wir hatten im November 2021 einen dieser außergewöhnlichen Tage in San Francisco, die vom Fog beherrscht sind. Den ganzen Tag über wars grau und regnerisch. Wir gönnten uns nach einem Rundgang im Salesforce Park einen gemütlichen Spaziergang in Crissy Fields. Diese Küstenabschnitt San Franciscos gehört zum Presidio und war bis 1994 Teil des Militärstützpunktes und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Heute gehört das Gelände zur Golden Gate National Recreation Area und dient der Naherholung der Einwohner von San Francisco. Von hier hat man eine phantastische Sicht auf die Golden Gate Bridge – wenn das Wetter passt. Genau das erlebten wir bei diesem Spaziergang am Abend – kurz vor Sonnenuntergang wie so manch andere Spaziergänger, die mit ihren Hunden an dem Küstenabschnitt unterwegs waren oder die Jogger, die auf diesen autofreien Wegen ihre Runden drehten. Der Nebel lichtete sich, die Brücke kam in ihrer ganzen Pracht  zum Vorschein. Wir konnten uns gar nicht mehr losreißen und genossen die das Rot des Sonnenuntergangs in vollen Zügen. Danke, Laura, dass wir genau an diesem Tag an diesem Ort waren!

Mit dem Februar-Bild folgen wir den Spuren unserer Wanderungen im White House Canyon. Die Wanderung auf dem Höhenzug des Big Basin Redwoods National Park auf dem Westridge Trail zeigte uns das ganze Ausmaß der Waldbrände vom August 2020.

Die erste Wanderung führte uns aus dem White House Canyon hoch auf den Bergrücken, in den Wanderkarten als Chalks Road markiert. Von dort starteten einst die beliebten Berry Creek Falls Hikes, eine Tour, die derzeit noch zu gefährlich zu begehen ist.

So folgten wir dem Weg, der sich über sechs Kilometer auf dem Höhenrücken durch abgebrannte Bäume schlängelt. Wie schwarze überdimensionale Streichhölzer ragen die Überbleibsel der Feuersbrünste in den Himmel. Je näher man der Küste kommt, findet man vermehrt Kiefern. Doch auch sie konnten dem rasenden Feuer nicht widerstehen. Nun sind sie dunkle Zeugen dieser Naturkatastrophe. Von weitem hört man das Rauschen des Ozeans, die kleine Insel Ano Nuevo ist zu ahnen. Der dortige Nationalpark mit der Kolonie der See-Elefanten ist eine Attraktion der Region. Der Highway 1 windet sich entlang der Küste und ist von dem Aussichtspunkt gut auszumachen.

Die Schrift, die Martina für den zweiten Monats des Jahres 2022 gewählt hat, unterstreicht die Dramatik der Veränderungen in Natur und Landschaft.

Die Nahaufnahme einer verkohlten Rinde eines Redwoods glänzt im Sonnenlicht in allen Grau-Schattierungen. Unsere Wanderungen in der Pazifikregion Nordkaliforniens im vergangenen November brachten uns auf direkte Tuchfühlung mit den Auswirkungen des Waldbrandes von 2020. Weite Waldgebiete sind geprägt von den verkohlten Stämmen der einheimischen Redwoods. In dieser Region ist die schlanke Art des Mammutbaums zu Hause, auch genannt Küsten-Mammutbaum (Sequoia sempervirens). Die riesigen Bäume haben sich an die Rahmenbedingungen der kalifornischen Küste angepasst: ihnen reicht die Feuchtigkeit des Morgennebels aus, um die trockenen Sommer zu überstehen.

Als wir die Redwoods ganz aus der Nähe ansahen, erschraken wir: die Rinden sind oftmals total verkohlt. Wir konnten allerdings auch entdecken, dass dicke Rinde den Stamm geschützt hat. Wenn man die verbrannte Außenhaut entfernte, trat darunter das markante Holz des Redwoods hervor. Das rötlich gefärbte Holz war auch der Grund für den englischen Begriff des Mammutbaums: Redwood. Die starke Rinde ist eine der Überlebensstrategie des Mammutbaums seit Jahrhunderten. Allerdings war diese den zerstörenden Feuer im August 2020 nicht gewachsen. Diese waren einfach zu verheerend.

Auch im März-Kalenderblatt wurde die Graphik des Kalendariums an das Fotomotiv angepasst: die Zahlen und der Schriftzug „März“ nehmen die weiß-grau-schwarzen Schattierungen der Rinde des Redwoods auf.

Aufgebrochen

Das April- Kalenderblatt drückt schon die Hoffnung auf die starken Kräfte der Natur aus, dass die Schäden des Waldbrand überwunden werden können. Diese Zapfen haben das Feuer überstanden und brechen ihre Schuppen auf. Das ist das uralte Rezept, wie die Bäume überleben: Darin sind Samen, aus denen neue Nadelbäume wachsen können. Aus den Zapfen fallen die Samen auf den Boden und fangen dort wieder an zu keimen. Und die rote Farbe, die sich in den Schuppen-Enden zeigt, ist schon der erste Farbtupfer in den schwarz-grau-braun gefärbten Wäldern.

Spannend ist auch zu verfolgen, wie der Prozess zur Wiederherstellung des Nationalparks in dieser Region vorankommt. Sie umfassen Wiederherstellungsbemühungen, Planungsprozesse zur Erneuerung der Vision für die Zukunft des Parks sowie langfristige Planungs- und Umsetzungsprojekte. Das Reimagining Big Basin-Projekt stellt ständig Updates zu diesen Bemühungen bereit (online in mehreren Sprachen!) und versucht die verschiedenen Interessengruppen in Gespräche über die Vision und die Ziele für die Wiederherstellung des Nationalparks Big Basin einzubeziehen. Auch hier brechen überholte Strukturen auf und geben Raum für Neues.

Eine Besonderheit des April-Kalenderblatts muss noch herausgestellt werden. Das Kalendarium wurde nicht einfach mit Strichen gestaltet. Das wäre ja schon kunstvoll genug. Nein, die Striche wurden arrangiert durch kleine „Holzstengele“! Kurze, braune Äste wurden so angeordnet , dass damit nicht nur die Buchstaben des Monatsnamens, sondern auch die Zahlenstriche geschaffen wurden. Nicht zu glauben, was geschickte Hände alles mit kurzen Ästen aus dem Garten bewerkstelligen können.

Da war es selbstverständlich für uns,  die kleinen Äste neben all den Entwurfsblättern mit den Schriftzügen aufzubewahren.

Im Mai kommt der Frühling so richtig in Schwung, auch in den Waldregionen im nördlichen Kalifornien. In den Gebieten, in denen noch immer die Natur mit den Folgen des Waldbrandes von 2020 kämpft, leuchten die ersten grünen Farne. Sie springen ins Auge, ihr Grün zeigt das Wachsen und Erwachen der Natur.

Die abgebrannten Wälder im Norden Kaliforniens werden wieder grün: vor der verkohlten Rinde eines Redwoods leuchtet das frische Grün eines Farns. Kein Wunder, dass die Farne zu den ältesten Gewächse der Weltgeschichte gehören. Sie kommen auch mit kargen Bedingungen zurecht. Diese Pionierpflanzen bereiten den Weg für eine Wiederbelebung des Natur. Der Neustart für das Ökosystem hat schon begonnen. Mit einem langfristigen Planungs- und Umsetzungsprojekten wird dieser Prozess von den Naturschutzbehörden mit getragen. So unterstützt zum Beispiel das Kalifornische Ministerium für Parks und Erholung im Big Basin den Prozess mit Sofortsanierungsbemühungen sowie der Erstellung eines Konzepts für die Zukunft des Parks.

Die Schrift des Kalendariums nimmt die Töne des erwachenden Farns auf und spiegelt das Grün des Farns und das Gelb der Sonne wieder. Nicht nur leise und zart, sondern kräftig und schwungvoll.

Auf dem Kalenderblatt Juni wird schon erste Farbe in der ausgebrannten Landschaft sichtbar. Die Pflanzen, die sich durch die Ascheschicht und die Erde gekämpft haben, kommen mit Macht ans Sonnenlicht. Dabei entwickeln sie auch schon Blüten, die dankbar aufgesogen werden.

Das Kalendarium nimmt die Farben der Natur auf: unter den schwarzen Ziffern blitzt schon die lebendige rote Farbe hervor.

Auch der Sanddorn versucht, in der kargen Landschaft Fuß zu fassen. Im geschützen Schatten von abgebrannten Bäumen und Sträuchern schiebt er sich langsam an die Oberfläche.

Es ist ermutigend zu beobachten, wie die Natur wieder erwacht und sich in ihrer ganzen Bandbreite ausbreitet. 

Das Juli-Bild wurde ebenfalls im White House Canyon aufgenommen – vor einem der größten abgestorbenen Redwood-Baumstämmen hat das beschriftete Redwood-Stück einen passenden Platz gefunden. Es erinnert an Chuck, für den dieses Gedicht in Redwood geschnitzt wurde. Die abgebrannte Rinde des alten Redwood-Baumes mit dem Grün des wiederaufsprießenden Efeus bekommt mit dem  Gebet des englischen Geistlichen Henry Scott Holland aus dem Jahr 1910 eine weitere Bedeutung.

Death is nothing at all.
I have only slipped away into the next room.
I am I and you are you.
Whatever we were to each other,
that we still are.

Call me by my old familiar name.
Speak to me in the easy way
which you always used.
Put no difference in your tone.

Wear no forced air of solemnity or sorrow.
Laugh as we always laughed
at the little jokes we enjoyed together.
Play, smile, think of me, pray for me.

Let my name be ever the household word
that it always was.
Let it be spoken without affect,
without the trace of a shadow on it.

Life means all that it ever meant.
It is the same that it ever was.
There is absolutely unbroken continuity.
Why should I be out of mind
because I am out of sight?
I am waiting for you,
for an interval,
somewhere very near,
just around the corner.
All is well.

Nothing is past; nothing is lost.
One brief moment and all will be as it was before only better,
infinitely happier
and forever we will all be one together with Christ.

Einzigartig ist das Entstehen dieses Redwood-Tafel: jedes einzelne Wort hat Martina mit einem Dremel das Holzstück graviert. Diese Arbeit dauerte mehrere Monate – kein Wunder, war doch als erstes das Gedicht auf die Tafel aufzuteilen, bevor es an die praktische Arbeit gehen konnte. Dabei wurden die Maserungen des Holzes ebenso berücksichtigt, wie die Akzente des Textes. Und dann wurde der Text noch mit Farbe verstärkt. Einfach einzigartig!

Sonnenuntergang an der kalifornischen Küste: Jedes Mal ein atemberaubender Anblick. Eine der schönsten Aussichtspunkte auf den Pazifik vom White House Canyon bietet der Inspiration Point. Sicherlich sind einige Orte mit diesem Namen in den USA bekannt, doch für mich gehört der Ort in den Santa Cruz Mountains zu den schönsten der Küste. 

Allerdings war es ernüchternd, bis wir durch die  abgebrannten Wälder an den einst beliebten Aussichtspunkt kamen. Die Erde ist bedeckt von Erde und Asche, nur vereinzelt bricht das Grün durch die harte Kruste des Waldbodens durch.

Doch die Aussicht von dem Berg nahe von Pescadero ist überwältigend. Wir mussten uns das letzte Stück zum Aussichtspunkt durch die beim letzen Sturm umgefallenen Bäume kämpfen, der Weg war von kreuz und quer liegenden Hölzern blockiert. Doch danach hatten wir einen Rundumblick auf die Küste bis hin zum Pigeon Point Lighthouse. Die untergehende Sonne tauchte die abgebrannten Wälder in ein warmes Licht. Es ist alles so nahe beieinander: die schönsten Natureindrücke und die schlimmsten Auswirkungen der Naturkatastrophe.

Wer hätte das gedacht, dass ich das September-Kalender-Motiv am Ort des Geschehens hochlade: Im White House Canyon. Als das Foto 2021 entstand, gab es noch rings um das Haus in der Dafodil Lane  zahlreiche verbrannte Baumstümpfe. Heute – neun Monate später – sind diese weitgehend aufgeräumt. Sie schaffen Platz für Neues.

Für die Akku-Stihl-Säge, die im vergangenen Jahr neu angeschafft wurde, gabs seither viele Einsätze. Gerade heute ist sie im Einsatz in Last Chance, dem Gebiet, das von dem CZU-Feuer besonders schwer getroffen wurde. Auch dort wird aufgeräumt, abgestorbene Bäume werden gefällt und Wege freigeschnitten. Diese Arbeiten werden sicherlich noch Monate in Anspruch nehmen – wenn nicht Jahre. 

Dieses Kalender-Motiv wurde auf besonderen Wunsch von Martina fotografiert. Dabei ging es in erster Linie nicht um die Präsenz des Sägen-Fabrikats, wenn auch Stihl für sie eine große Rolle spielt. Ihr Wunsch war es vielmehr, zu zeigen, wie die Arbeit der Menschen mithilfe der ausgefeilten Maschinen es wieder möglich macht, die verbrannten Bauflächen wieder bewohnbar zu machen.

Der Oktober lässt uns nach oben schauen. In den Wipfeln der vom Feuer gezeichneten Redwoods melden sich frische, grüne Triebe zurück und strecken sich dem blauen Himmel entgegen.  Die Natur erwacht wieder und findet ihren Weg, sich von dem Waldbrand zu erholen. Die schwindelerregend hohen Mammutbäume erreichen hier in der nordkalifornischen Küstenregion gigantische Ausmaße. Der Sequoia sempervirens findet hier dank der oft nebligen  Wetterbedingungen ideale Bedingungen vor. Außerdem ist es ganzjährig mild und schwankt nur leicht zwischen Sommer zu Winter. 

Einige dieser Küstenmammutbäume haben das CZU-Feuer vom August 2020 überstanden und treiben frisch aus. Das März-Kalenderblatt hat eine völlig verkohlte Rinde eines Redwoods gezeigt, jetzt das Oktober-Motiv zeigt eine andere Ansicht der Wälder: sie erwachen wieder. Es geht wieder aufwärts.

Für die Santa Cruz Mountains  ist der Redwood der bestimmende Baum. Hier fochten früh engagierte Umweltschützer und aktive Bürger für die Bewahrung der Redwood-Wälder und schufen bereits 1901 den Big Basin State Park. Aber auch die privaten Waldbesitzer achten die Eigenheiten der Redwood-Bäume und verfolgen ein nachhaltiges Konzept. Bei Wanderungen kann der Lebenszyklus dieser Giganten beobachtet werden, inmitten all der Folgen des Waldbrandes geben die grünen Triebe der Redwoods ein positives Zeichen der Erneuerung.  

Für die einen ist der November grau und nebelig, für die anderen bietet er Ruhe zum Auftanken nach den hektischen Sommer- und Herbstwochen. Für die Natur an der kalifornischen Pazifikküste kommen im November vermehrt die Nebeltage: sie bringen Feuchtigkeit in die von der Hitze verdörrten Landschaft. Die Natur saugt diese Feuchte auf.

Spaziergang an einem grauen Novembertag in Noe Valley.

In San Francisco gibt es darüberhinaus noch die Besonderheit, wenn der kalte Wind vor dem Pazifischen Ozean die Hitze aus dem Landesinnere trifft. Durch die Golden Gate Passage ziehen dann diese Nebel durch die Stadt in die San Francisco Bay. Bei einer Wanderung durch Noe Valley ist uns dies sichtbar geworden in einem kunstvollen Spinnennetz. Tautropfen beschweren die leichten Fäden des filigranen Netzes. Für uns Beobachter ein  Wunderwerk der Natur. Es schärft unseren Blick für die Details und entschädigt uns für den verhüllten Blick in die Ferne.

Das letzte Kalenderblatt des Jahres 2022 führt uns wieder zurück nach San Francisco. So wie der 2022-Kalender begonnen hat, endet er auch: in San Francisco. Beide Ansichten zeigen besondere Ansichten der kalifornischen Stadt, faszinierend und einmalig.

Das Dezember-Bild zeigt eine Nachtaufnahme des Palace of Fine Arts, der schon seit über 100 Jahren ganz in der Nähe des Golden Gates immer wieder für festliche Anlässe genutzt wird.  Er symbolisiert die Schönheit und Eleganz dieser vorwärtsstrebenden Stadt, war allerdings auch im Laufe seines Bestehens immer mal wieder in seinem Bestand gefährdet. Und doch ist er aufgrund der engagierten Menschen in San Francisco und deren  Renovierungen erhalten geblieben. Seit einigen Jahren verströmt eine nächtliche stimmungsvolle Beleuchtung eine besondere Atmosphäre. Dies wünschen wir uns auch für die Wiederbelebung von Natur und Siedlungen im  White House Canyon. Dort erwacht wieder die außergewöhnliche Schönheit  des White House Canyon zu seinem ursprünglichen Glanz vor dem Waldbrand. Die Natur und die Menschen dort arbeiten daran: Beauty reborn from ashes.

Kalender 2021

Colors of life

Ja, auch für das Jahre 2021 gibt es wieder einen Kalender aus dem Zusammenspiel von Werners Fotos und Martinas Gestaltung.
Jetzt ist das Geheimnis um den neuen Kalender gelüftet!
Wir haben 2020 ja keine großen Reisen unternommen. Aus diesen Reisen hat sich in den vergangenen zehn Jahren immer ein Kalender fürs kommende Jahr entwickelt. Doch 2020???? Doch dann wurde die Idee der „Colors of life“ entwickelt. Und so hat Martina aus der Vielzahl der Motive eine Auswahl von Aufnahmen getroffen, in der die Farbe eine wesentliche Rolle spielt und diese durch die abgeschwächten Hintergründe verstärkt. So ist es gelungen, auch in diesem Jahr wieder einen Kalender auf den Weg zu bringen.

Viel Freude beim Entdecken der Motive, der originalen Orte und was die Gestaltung daraus gemacht hat.

Das am weitesten zurückliegende Motiv stammt aus dem Jahr 1981 – von unserer Südseereise – und das “jüngste” aus Island, das wir 2018 bereist haben.

Den Zahlenfreunden unter euch fällts sicher sofort auf: von ’81 bis ’18…..

 

Lasst das Jahr bunt werden, wenns auch nicht berauschend beginnt. So bietet es uns doch viel neue Wege.

Viel Freude beim Entdecken von Ländern, Menschen, Städten und Natur.

Kalender 2020

Namaste – Begegnungen auf dem Dach der Welt

Die Aufnahmen stammen von unserer Nepal-Reise 2018. Diese stand ganz im Zeichen des Annapurna. Die gemeinsamen Trekking-Touren zum Annapurna Base Camp und auf dem Annapurna Circuit waren einzigartig.
Besonderes Erlebnis war das Kennenlernen der Schul-Projekte von Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits nahe Kathmandu.
Ein herzliches Namaste für die Begegnungen auf dieser Reise

Kalender 2014

Brücken – Verbindungen weltweit

Auf unseren Reisen durften wir schon viele Brücken überqueren, massive, wacklige, historische, moderne.  Wir hätten noch viele weitere ergänzen können, doch die Kalendermonate geben uns ein Maß vor: und so haben wir zwölf markante Brücken, die uns viel bedeuten, ausgewählt. Martina ergänzte dazu die jeweils passenden Schriften und betont damit die Einmaligkeit eines jeden Kalenderblatts.

Brücken ermöglichen uns nicht nur von einer Seite auf die andere Seite des Ufers sicher und trockenen Fußes zu kommen, sie haben noch so viel mehr Eigenschaften. Oftmals prägen sie eine Stadt (siehe San Francisco), sind Sinnbild für den Ort und erzählen die Geschichte des Ortes, verbunden mit Landschaft und Menschen. Jedes Mal erleben wir das Überqueren neu und das Verbinden der jeweiligen Ufer. Das eine oder andere Mal mussten wir diesen Übergang erst mal finden, manchmal mussten wir auch mutig sein, und das Überqueren wagen. Brücken ermutigen uns, auf die anderen zuzugehen,  sie tragen uns und unsere Lasten auf unserem Weg. Das Beispiel der Kehler-Straßburger Brücke, die Passerelle des DeuxRives, zeigt eine ganz wesentliche Eigenschaft: sie stärken eine Verbindung, nicht nur physisch und sichern das Zusammenwachsen und Zusammenkommen der jeweiligen Anrainer. Für uns in Gernsbach ist die Überquerung der Stadtbrücke jedes Mal ein Erleben, das Begegnen möglich macht.

Eine Hommage an die Brücken.

Überquert mit uns nicht nur den Jahreswechsel, sondern auch Brücken dieser Welt.

Brücken prägen – finden – verbinden – finden – vollenden – ermutigen – tragen – erfahren – stärken – sichern – erzählen – verbinden – erleben – wagen.

Kalender 2013

Hakuna matata

Dank der Unterstützung von … konnte ich die jeweiligen Weisheiten aus Tansania, die ich aus einem Buch aus Tansania gefunden habe, übersetzen und auch das einzig englische Zitat von Walt Disney in Suaheli anfügen. Lasst euch entführen in die Denkweise Afrikas:

Januar: Ballonfahrt
Dem Elefant sind seine Zähne nicht zu schwer, weil er sie gewohnt ist.
Meno ya tembo si mazito kwake, kwa kuwa ameyazoea.

Februar: Löwen
Vorsicht bedeutet nicht Furcht.
Nidhamu siyo woga.

März: Massai
Wer essen will, der muss zuerst Holz sammeln.
Apendaye kula ni sharti akusanye kuni.

April: Kinder
Wer einem jungen Vögelchen hilft, hilft, dass es fliegen kann.
Asaidiaye kinda la ndege hulisaida lile linaloweza kuruka.

Mai: Sansibar
Wer im Alter blind wird, dem ist der Ort des Sonnenunterganges nicht unbekannt.
Atakayekuwa kipofu uzeeni, nafahamu eneo jua linapokuchwa.

Juni: Moshi
Kwa msaada wa Mungu tutayashinda ya dunia.
Mit Gottes Hilfe können wir allen Herausforderungen auf der Erde begegnen.

Juli: 1. Wandertag
Zwei, die miteinander gehen, bleiben einander in Erinnerung.
Waendao waili wanakumbushana.

August: 2. Wandertag
Ein Geschenk anzunehmen ist leicht, schwieriger ist, es zu erwidern.
Kupokea zawadi ni rahisi, kuluko kutoa.

September: 3. Wandertag
Wer immer auf einem Fleck vor dem Feuer sitzen bleibt, auf den fällt  schließlich die Asche.
Akaaye mahali pamoja mbele za moto mwishoni atajifunika na jivu.

Oktober: 4.Wandertag
Wer in der Nacht dein Führer war, dem dankst du beim Hellwerden.
Akusindikizaye usiku, umshukuru wakati wa macheo.

November: Gipfeltag
If you can dream it you can do it. (Walt Disney)
Tamaa zote huambukizana.

Dezember: Abstieg
Was gibt, ist das Herz. Die Finger lassen bloß los.
Kitoacho ni moyo, vidole huachia tu.

 

Hello 2012 – goodbye 2011

Every end is a new beginning: wie wahr! Das wurde im Kalender für 2012 versinnbildlicht! Den Refrain des alten Beatles-Song “You say good bye – and I say hello” kann man auch für das Motto für den Übergang in einen neuen Lebensabschnitt benutzen.
Mit Aufnahmen aus jeweils einem Kontinent und ein paar LKW-Fotos bietet dieser Kalender einen Rückblick auf vergangene Reisen.